London Grammar – If You Wait

London Grammar ist eine britische Band die sich des Indie-Pop verschrieben hat, aber diesmal des elektronischen Indie-Pop. Sie besteht aus Hannah Reid, Dot Major und Dan Rothman. Sängerin Reid und Gitarrist Rothman lernten sich im Studentenwohnheim der Nottinghamer Universität kennen. 2009 gründeten sie London Grammar und traten zunächst nur als Coverband auf. Anschließend stieß Schlagzeuger Major zur Band, und es entstanden die ersten eigenen Songs. Im Dezember 2012 veröffentlichten die drei Musiker im Internet ihre erste Single Hey Now, mit der ihnen der Durchbruch gelang. Im Februar 2013 kam die EP Metal & Dust auf den Markt. Mit der Single Wasting My Young Years erreichte die Band im Juni 2013 erstmals die britischen Charts. Das Debütalbum If You Wait erschien am 9. September 2013.

Eine Menge Stille, die musikalisch untermalt wird, kommt uns da entgegen. Auch der Melancholie ist man auf diesem Album sehr zugetan. Irgendwo zwischen The xx, MS MR und Massive Attack hat die Band sich auf diesem Album positioniert, und doch hat sie einen eigenen Stil. Dieses Album zieht einen schnell in seinen Bann. Es wird ein dramaturgischer Bogen gespannt, der mit Herzschmerz anfängt und mit Herzschmerz endet. Zwischen diesen beiden Punkten verzaubern einen die drei mit dem schönsten, im Wortsinne, was der Herbst musikalisch aufzubieten hat. Man ist geneigt zu lachen, zu weinen und sich von der wirklich hübschen Musik wegtragen zu lassen. Man kann den Blättern zusehen wie sie, von den schon recht karg aussehenden Bäumen, auf den Boden fallen. Man kann der schon tief stehenden Sonne dabei zusehen wie sie schon früh am Tage hinter dem Horizont versinkt. All das kann man sehen, wenn man denn will. All das ist musikalisch auf diesem Album zu ‚hörsehen‘. Ein Bilder erzeugendes Album. Es ist ein Album was aber, im Gegensatz zum Herbst, nie kühl ist. Es verbreitet eine angenehme musikalische Wärme. Es lässt einen nie frieren, sondern wärmt einen mit musikalischer Melancholie. Die Instrumente sind manchmal so zurückhaltend, dass man sie kaum wahrnimmt, und doch sind sie da. Ein ruhiges, schönes, freundliches Album, was einen nicht allein lässt beim Hören. Was einen traurig machen kann im besten Sinne, einen aber nie trauern lässt, sondern einen tröstet. Einen mitnimmt auf eine Reise in die wärmende, wohlige Melancholie, die so hübsch in Worte und Töne gepackt wurde. Ein wirklich hörenswertes Album.

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London Grammar auf Soundcloud

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