Jazz (nicht nur) für Einsteiger – Big Band

Nun also der zweite Teil der Reihe ‚Jazz (nicht nur) für Einsteiger‘. Diesmal geht es um die große Besetzung, die Big Band. Das Symphonieorchester des Jazz, sozusagen. Deshalb verwundert es auch nicht, dass Big Bands früher oft schlicht „Jazz Orchestra“ genannt wurden. Sie prägten den Swing und machten ihn zu dem was er war und ist. So ist die Big Band seit den 20er Jahren des 20. Jahrunderts ein wichtiger Teil des Jazz.

Der Begriff Big Band ist für sich genommen aber unabhängig von der Musikrichtung. Man meint damit eine größere Ansammlung von Jazz Musikern, in denen Bläser mehrfach besetzt sind. Natürlich bestehen Big Bands nicht allein aus Bläsern, aber eine solche Besetzung an Bläsern ist die Voraussetzung, wenn man sich Big Band nennen will. Die Besetzung sieht dann oft wie folgt aus:

Im Zweifel variiert es hier und da ein wenig. Es können auch andere, hier nicht erwähnte Intrumente hinzukommen. Das von mir genannte Beispiel, soll lediglich als grobe Otientierung herhalten. Denn eine feste Regel, wie denn nun eine Big Band auszusehen habe, gibt es nicht.

Benny Goodman

Ok, Big Band also. Wenn man über Big Bands schreibt, dann kommt man an einem Mann nicht vorbei, und der heißt Benny Goodman. Und so soll er den denn auch den Reigen der meiner Meinung nach empfehlenswerten Aufnahmen eröffnen. B.G. in Hi-Fi heißt sie. Es handelt sich um eine Aufnahme aus dem Jahr 1954. Das einzige Problem an dieser Aufnahme ist, dass es sich bei Acht von diesen 20 Stücken um gar keine Big-Band-Aufnahmen handelt. Da muss man halt gnädig drüber wegsehen, es bleiben ja noch die anderen zwölf.
Es ist eine typische Benny Goodman-Aufnahme: Eingängig, und dieser unschlagbar eigene Ton auf der Klarinette. Und natürlich die ein oder andere sehr bekannte Melodie. Erkennt man sofort, man muss auch nicht mehr viel dazu sagen, außer eines vielleicht: Er war mehr als einfach nur ein Jazz-Klarinettist. Ich lasse Benny Goodman einfach mal selbst zu Wort kommen und wünsche einfach viel Spaß beim Hören von B.G. in Hi-Fi.
Zitat aus der englischen Wikipedia: According to Jazz by Ken Burns, when someone asked him why he „played with that nigger“ (referring to Teddy Wilson), Goodman replied, „I’ll knock you out if you use that word around me again“.

Für Einsteiger geeignet?

B.G. in Hi-Fi:  Aber so was von.

Duke Ellington

An diesem Herren kommt man eigentlich noch weniger vorbei als an dem erstgenannten. Duke Ellington ist sicher einer der Namen, die einem zuerst einfallen, wenn es um das Thema Big Band geht. Über 2000 Kompositionen werden ihm zugeschrieben, von denen wiederum an die Hundert zu Jazzstandards wurden. John Coltrane und Charles Mingus begannen bei Duke Ellington ihre Karrieren.  Er fand immer wieder neue Formen der Musik, denen er sich zuwand. Und selbst klassischer Musik war er nicht nur zugetan, es gibt sogar eine Big-Band-Fassung der Peer-Gynt-Suite von ihm.
Hier aber soll es um The Far East Suite, …And His Mother Called Him Bill und The Great Paris Concert gehen. Drei Alben, die das, was Duke Ellington gemacht hat, recht gut wiedergeben. Für The Far East Suite bekam Ellignton 1968 einen Grammy, außerdem ist mit ‚Isfahan‘ auch wieder eine bekannte Melodie mit an Bord. Ebenfalls aus dem Jahr 1968 ist …And His Mother Called Him Bill. Es ist ein Tribut an den kurz zuvor verstorbenen Billy Strayhorn, mit dem Duke Ellington bis zum Tod von eben jenem zusammenarbeitete. Viele Kompositionen, die Duke Ellington zugeschrieben werden, sind eigentlich von Billy StrayhornTake the ‚A‘ Train ist so ein Beispiel. Zu guter Letzt dann noch  The Great Paris Concert. Zwar wurde das Album 1973 veröffentlicht, die Aufnahmen sind aber aus dem Jahr 1963. Hier kann man Duke Ellington also auch noch mal Live erleben.
Der Herr Ellington hat aber auch was für die mutigen Einsteiger in petto. Das Album Liberian Suite heißt nicht nur so, es beinhaltet auch eben jene.  Da braucht die ein oder andere, vielleicht mehrere Anläufe. Ein junger Mann namens Shorty Baker, spielt hier mit. Aber zu dem an anderer Stelle mehr. Ach ja, und Johnny Hodges, aber über den auch an anderer Stelle mehr. Alles in allem sehe ich keinen Grund, weswegen Einsteiger in die Welt der Big Bands hier Probleme bekommen sollten – außer bei der Liberian Suite vielleicht.

Für Einsteiger geeignet?

The Far East Suite: Ja

…And His Mother Called Him Bill: Ja

The Great Paris Concert: Ja

Liberian Suite: Nicht ganz so uneingeschränkt wie die anderen Sachen.

Johnny Hodges

So, dann kommen wir mal zum Alto Saxophonisten des Herrn Ellington, den Herrn Johnny Hodges. Den ich zum einen noch gar nicht so lange kenne – zumindest nicht außerhalb des Ellington Kontextes -, der sich aber in kürzester Zeit in mein Herz gespielt hat. Auch er hat ein hübsches Album geklöppelt, es heißt Everybody Knows Johnny Hodges. Nun ja, diese Aussage traf zumindest auf mich nicht ganz zu. Ich kannte den Herrn tatsächlich nur als Duke Ellingtons Alto Saxophonist. Asche auf mein Haupt. Umso glücklicher bin ich, dass ich seine Musik und sein Spiel mittlerweile auch unabhängig vom Duke kennenlernen durfte. Everybody Knows Johnny Hodges ist ein schönes Beispiel für seine Musik.  Über Billy Strayhorn hatte ich ja bereits bei Duke Ellington geschrieben. Nun, eben dieser hat nun auch für Johnny Hodges allein arrangiert. Man kannte sich ja noch vom Duke. Rausgekommen ist dabei Johnny Hodges with Billy Strayhorn and the Orchestra. Ein wunderbares Album, was zum Träumen einlädt. Schön, wäre hier das Wort der Wahl. Einen Saxophonisten, den man mal wieder im Halbschlaf erkennt, so eigen ist sein Stil. Auch ist es ein sehr weicher zurückhaltender Sound. Einfach wunderschön.

Für Einsteiger geeignet?

Everybody Knows Johnny Hodges: Aber ja.

Johnny Hodges with Billy Strayhorn and the Orchestra: Aber so was von.

Count Basie

Jetzt muss ich schon wieder Eulen nach Athen tragen. Etwas über Big Bands zu schreiben und den Namen Count Basie nicht zu erwähnen, funktioniert natürlich nicht. In seiner Big Band spielten so famose Musiker wie  Lester Young (Ich sage nur Billy Holiday), Herschel EvansFreddie GreenBuck Clayton und Harry „Sweets“ Edison. Hier soll es nun um April in Paris gehen, ein Album aus dem Jahre 1957. Immer wieder grandios, wie es Count Basie schafft, diesen einmaligen dichten Sound zu kreiren. Big Band ist eben nicht gleich Big Band, und die ganz großen – und zu denen gehört Count Basie ganz ohne zweifel – schaffen es halt, dass man es den Aufnahmen anhört, wer da gerade Bandleader war.

Für Einsteiger geeignet?

April in Paris: Aber so was von

Shorty Rogers

Kennt man vielleicht nicht unbedingt. Oder vielleicht doch, nämlich vom Duke. Weiter oben wurde er bereits erwähnt. Ich nenne mal ein paar Namen von Menschen, die in seiner Band gespielt haben:  Jimmy GiuffreJohn GraasHampton Hawes,  Art PepperBud Shank und Zoot Sims. Um mal nur ein paar aufzuzählen. Bei diesem Album handelt es sich um eine Hommage an Count Basie, so schließen sich immer mal wieder Kreise. Und hier haben wir nicht nur einen, der Trompete, respektive Kornett, spielen konnte – Shorty Rogers konnte auch arrangieren. Ein nicht unwesentlicher Vorteil, wenn es um Big Bands geht. Courts the Count heißt das Album. Er hat also Klassiker von Count Basie interpretiert und ein paar eigene Sachen für dieses Album komponiert, die aber auch im Stile Basies gehalten sind. Auch hier ist alles im grünen Bereich, was die Einsteigerei angeht.

Für Einsteiger geeignet?

Courts the Count: Ja

Stan Kenton

Stan Kenton ist wohl einer der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten des Jazz. So richtig reinpassen mag er nirgens. Viele Freunde hat er sich auch nicht gemacht. So richtig sympathisch mag er einem nicht sein… und das sind noch sehr wohlfeil gewählte Worte. Wenn ich das, was ich als Person von ihm halte, hier schreiben würde, müsste ich meine gute Erziehung vergessen, das möchte ich mir und euch ersparen. Deswegen wenden wir uns mal dem Musikalischen zu. Da war er seiner Zeit nämlich so weit voraus, dass sein Werk nur sehr wenige Menschen verstanden haben. Gespielt haben bei ihm aber trotzdem sehr viele bekannte Musiker: Art Pepper,  Stan Getz,  Lee Konitz (der schon wieder), und Zoot Sims, sind wohl die bekanntesten. Ja, was ist das denn nun, was er da gemacht hat? Tja. Symphonischer Jazz, könnte man sagen. Neue Musik + Jazz. Er wird gern als einer der Wegbereiter des sogenannten Third stream angesehen.
Um zwei Alben soll es hier gehen. City of Glass, aus dem Jahr 1951 und New Concepts of Artistry in Rhythm, aus dem Jahr 1953. Ja also, sagen wir mal so: Ich weiß nicht. Diese Serie heißt ja ‚Jazz (nicht nur) für Einsteiger‘. Ich berufe mich jetzt mal flugs auf das in Klammern stehende ’nicht nur‘. Also Einsteigern würde ich zumindest mal City of Glass nicht unbedingt als erstes um die Ohren hauen wollen, aber auch hier gilt: Menschen sind unterschiedlich, und vielleicht ist es ja gerade diese Art von Big-Band-Musik, die euch gefällt. Warum nicht? Nun eines kann man der Musik von Stan Kenton sicher nicht vorwerfen, dass sie keine Power hätte. Das hat sie wahrlich.

Für Einsteiger geeignet?

City of Glass: Ganz ehrlich? Nee. Aber wer weiß. Probiert es halt aus.

New Concepts of Artistry in Rhythm: Jein. Viel eher als das oben genannte. Ansonsten: Siehe oben.

Benny Carter

Na also, erstmal durchatmen. Jetzt kommen wir zum einem Multitalent. Alto Saxophon, Trompete, Klarinette, Komponist, Arrangeur und Bandleader. Das alles war dieser Mensch. Kann sich sehen lassen. Hören lassen kann sich Further Definitions, sein Album. Im Jahre 1961 veröffentlicht, und immer noch eines der besten. Neben Benny Carter, gaben sich u.a. Phil Woods und Coleman Hawkins auf diesem Albumk die Ehre. Hier ist nun wieder alles hübsch, ich muss mich auf keine Klammern in der Überschrift berufen. Ein wunderbares Album eines großartigen Musikers, der, wenn er das Saxophon gespielt hat, sein Alto manchmal wie Tenor klingen lassen konnte.

Für Einsteiger geeignet?

Further Definitions: Aber so was von

Miles Davis

Miles Ahead war schon beim letzen Mal dabei, und auch dieses mal mag ich es nicht weglassen. Und ganz ohne Miles Davis geht’s halt nicht. Wo kämen wir denn da hin. Gil Evans hat das Ganze arrangiert und dirigiert. Ach ja, und ein gewisser Herr Lee Konitz hat hier Alto Saxophon gespielt. Dem sollte man auch noch mal ganz schnell unglaublich viele Preise verleihen. Zumindest, wenn es nach mir geht! Wie auch immer. Tolles Album. Es schließt diesen Artikel ab.

Für Einsteiger geeignet?

Miles Ahead: Ja

Zum Schluss

Es gibt sowohl eine Spotify Liste (Leider ohne New Concepts of Artistry in RhythmLiberian Suite und Courts the Count), als auch eine Apple Music Liste, die ihr euch anhören könnt, wenn ihr mögt. Bei Apple Music sind alle hier besprochenen Alben zu hören, bei Spotify fehlen derer leider drei.

Zu guter letzt noch ein paar abschließende Sätze: Wie immer ist das, was ich hier so von mir gebe, alles komplett subjektiv und erhebt auf gar keinen Fall Anspruch auf irgendeine Art von Vollständigkeit. Auch habe ich mir die Frechheit rausgenommen, das was ich als Big Band verorte, ziemlich weit zu intepretieren. Nicht alle werden mit allem einverstanden sein, aber auch das ist okay. Es wird wieder das ein oder andere fehlen, anderes hingegen passt wahrscheinlich, nach Meinung einiger, hier mal so gar nicht rein. Tja, so ist das nun mal mit uns Menschen. Ich sage es ja immer wieder gerne, weil es einfach stimmt: Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall! Vielleicht wollt ihr mir ja in den Kommentaren von euren Jazz-Vögeln erzählen.
Hoffentlich konnte ich dem ein oder anderen helfen, sich mal an diese Big Band Geschichte ranzutrauen. Ich danke recht euch herzlich für’s Lesen dieses Artikels.

Jazz (nicht nur) für Einsteiger

Ich versprach ja, mich ein wenig mit dem Jazz und dem Zugang zu eben jenem zu beschäftigen. Das habe ich gemacht. Es gibt auch eine entsprechende Spotify Playlist für euch dazu. Hier habe ich einfach die mittlerweile etwas veränderte Jazz-Alben™-Liste genommen. Ursprünglich sollte sie ja die größten – was auch immer das ist – Jazz-Alben beinhalten, aber ich habe mittlerweile einfach meine Lieblingsalben gelistet. Die wiederum habe ich einfach genommen, weil ich glaube, dass ich über diese Alben am meisten erzählen kann. Ich möchte an dieser Stelle ein wenig erläutern, warum ich gerade dieses Album von diesem Künstler ausgesucht habe, und warum dieses vielleicht gerade für den Einstieg hübsch sein kann.

Miles Davis

Zwei Alben habe ich vom Großmeister des Jazz auserkoren. Miles Ahead und Kind of Blue (natürlich) sind es, die ich mehr als alles andere von ihm liebe. Und es gibt unfassbar viele großartige Alben von Miles Davis. Warum nun also gerade diese zwei? Und warum sollten ausgerechnet diese zwei für Einsteiger geeignet sein? Zum einen, weil Kind of Blue den einen Song enthält, den wirklich jeder kennt. ‚So What‘ heißt er.  Ich denke, gerade am Anfang ist es wichtig, dass die Songs einen Wiedererkennungswert haben. Das macht den Einstieg schon mal ’ne Ecke leichter, hoffe ich zumindest. Ok, ansonsten ist die Kind of Blue vielleicht etwas schwieriger. Miles Ahead auf der anderen Seite, hat einen unfassbar zugänglichen Sound und schicke Melodien. Übrigens hat auf diesem Album ein Herr namens Lee Konitz mitgespielt!

Für Einsteiger geeignet?

Kind of Blue: Zum Teil. Vor allem wegen des bekannten Songs ‚So What‘

Miles Ahead: Ja

Paul Desmond mit und ohne Dave Brubeck

Was soll ich nun zu Paul Desmond sagen? Er ist und bleibt mein Lieblingssaxophonist. Er hat in seinen Soli ganze Lieder geschrieben. Quasi Stücke in den Stücken. Er war in der Lage vom Blues, über Klezmerskalen, bzw. arabesquen Skalen, zum bachschen Kontrapunkt und von da wieder zurückzumodulieren. Und das alles in einem Solo. Damit wären wir auch schon beim ersten Album, welches ich für äußerst empfehlenswert halte, nämlich Jazz Impressions of Eurasia. Und hier besonders den Song ‚Brandenburg Gate‘. Hier zeigen Paul Desmond und Dave Brubeck mal so richtig was sie können. Genau dieser Song ist es, bei dem Paul Desmond genau das macht, was ich gerade angesprochen habe. Das Modulieren vom Blues über Klezmer (arabisch), klassischem Kontrapunkt und wieder zurück. Da möchte Brubeck natürlich nicht zurückstehen und ist ebenso in Höchstform. Auf dem Album Time Out geht es dann, was die Rhythmen angeht, ganz schön zur Sache. Aber keine Sorge, auch hier sorgen Eugene Wright, Joe Morello, Dave Brubeck und Paul Desmond für grandiose Melodien. Außerdem ist auf diesem Album immerhin ein Song wie ‚Take Five‘ drauf, da wären wir wieder bei den vertrauten Melodien die man kennt. Weiter geht’s mit Paul Desmond, diesmal allerdings mit Jim Hall. Auf dem Album Concierto spielen die beiden, zusammen mit Chat Baker eine Jazzversion des wunderbaren klassischen Werkes ‚Concierto de Aranjuez‚ ein. Wirklich wunderschön und wie ich meine sehr gut für Einsteiger geeignet. Bleiben wir ein wenig bei Chat Baker, der hat ein Album namens She Was Too Good to Me geklöppelt, und zwar – ihr ahnt es schon – richtig, mit Paul Desmond. Auch hier eingängiger, nicht allzu fordender Jazz. Ein wirklich schönes Album, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Gerry Mulligan hat der gute Herr Desmond dann auch noch ein Album veröffentlicht, es heißt Two of a Mind. Die beiden konnten richtig gut miteinander, wie man so schön sagt, und das hört man auch. Großartige Kommunikation während der Soli. Man hört richtig, wie die beiden sich miteinander, mithilfe ihrer beiden Saxophone unterhalten. Wunderbar. Sicher, ein bisschen mehr zur Sache geht es hier schon manchmal, aber keine Sorge, auch hier steht die Melodie immer noch im Vordergrund.  Zu guter letzt geht’s noch einmal zurück zum Dave Brubeck Quartet. Es gab ein legendäres Konzert in der Carnegie Hall, und das Doppelalbum dieses Konzerts darf hier einfach nicht fehlen. At Carnegie Hall. Ein hübscher Querschnitt der klassischen Besetzung dieses Quartetts.

Für Einsteiger geeignet?

Jazz Impressions of Eurasia: Aber so was von

Time Out: Ja

Concierto: Ja

She Was Too Good to Me: Aber so was von

Two of a Mind: Zum Teil. Vor allem wegen Paul Desmond

At Carnegie Hall: Ja

Julian Adderley

Somethin‘ Else heißt das Album, was ich von Julian Adderley hier empfehlen möchte. Ein Vorausschauen auf Kind of Blue, wenn man so will. Und Miles Davis spielt auch mit auf diesem Album. Trotzdem ist es ein Julian-Adderley-Album: Dieser warme Sound, den er aus seinem Altsaxophon holte, war schon beeindruckend. Das ganze hat etwas schwebendes, etwas, was man am Anfang nur ahnt. Ein bisschen wie Debussy es in seinen Werken auch hat. Phantastisch. Übrigens der Song in dem verlinkten Video ist natürlich sein bekanntestes Stück, das ist aber nicht auf dem Album drauf. Zu dem Album mit diesem Song kommen wir an einer anderen Stelle. Ach so, natürlich spielt Julian Adderley zusammen mit John Coltrane auf dem Kind of Blue Album mit, ist doch klar.

Für Einsteiger geeignet?

Somethin‘ Else: Zum Teil. Vor allem wegen des ersten Songs.

Lee Konitz

Jetzt wird es tatsächlich schon um einiges schwieriger. Motion heißt das Album, und jetzt geht es schon richtig zur Sache. Vielleicht müssen hier einige erstmal dieses Album überspringen. Menschen sind da sehr unterschiedlich und was für den einen schon zu viel ist, ist für die andere noch lange kein Grund, dieses Album von Lee Konitz nicht zu hören. Herr Konitz gehört zu meinen absoluten Lieblingsmusikern, weil er einen Ton hat, der nie aufdringlich wird. Der kann mir den wildesten Freejazz um die Ohren hauen, das ermüdet mich nie. Und genau dieser Ton ist es, der auch in diesem Fall für dieses Album spricht. Versucht es! Wenn es nicht geht, dann eben erst später. Man sollte sich am Anfang nicht überfordern. Alles was keinen Spaß macht, sollte man tunlichst auch nicht machen, vor allem wenn es um Dinge wie Musik geht. Seid also mutig, hört rein und wenn es (noch) nicht geht, tja dann eben erstmal nicht.

Für Einsteiger geeignet?

Motion: Bedingt. Muss man probieren

Joe Henderson

Nun kommen wir zum dritten im Bunde, auf den ich meine musikalische Saxophonkirche baue, wenn man so will. Er ist dafür verantwortlich, dass ich das Tenorsaxophon doch noch lieben gelernt habe. Ein grandioser Künstler, ein Intellektueller. Er hat auch schon mal das ein oder andere Freejazz Album gemacht, in diesem Fall geht es aber um Lush Life: The Music of Billy Strayhorn, eines welches eher ruhig daherkommt, und er zeigt was für einen unfassbar tollen Ton er hat, wie elegant er spielt. Ein wenig wie Paul Desmond in moderner, wenn man so mag. Wo wir gerade bei bekannten Melodien sind. Das letzte Album was der gute Joe Henderson zu Lebzeiten aufgenommen hat, war seine Interpretation von der Musik von ‚Porgy and Bess‚ von George Gershwin. Ja, und da gäbe es schon Melodien, sie treten halt nur bisweilen in den Hintergrund, also vor allem beim Solieren. Ansonsten ist auch hier eigentlich alles gut. Sehr gut sogar. Sogar Chaka Khan und Sting sind auf diesem Album zu hören. Die kennt man sogar außerhalb des Jazzkontexts. Tolles Album. Wie gesagt, an einigen Stellen nicht immer ganz einfach.

Eines hab ich noch: Nämlich The Standard Joe. Was Joe Henderson hier so spielt, ja nun. Es gäbe da schon Melodien, man muss sie halt nur ein wenig suchen… Immerhin spielt er Standards, wie der Name des Albums ahnen lässt. Zumindest werden die meisten von euch also am Anfang des Stückes erkennen, um was für eines es sich handelt. Auch hier gilt: Traut euch. Und wenn es nicht geht, dann lasst es erstmal ruhig und kommt später wieder. Ich liebe den Sound des Herrn Henderson, die Intellektualität mit der er an all seine Werke herangegangen ist. Das Entscheidende aber ist: Er schafft, was was sonst nur Paul Desmond schafft. Ich bekomme bisweilen Gänsehaut, wenn er spielt.

Für Einsteiger geeignet?

Lush Life: The Music of Billy Strayhorn: Zum Teil. Vor allem wegen der bekannten Melodien

Porgy and Bess: Ja

The Standard Joe: Bedingt. Muss man probieren

The Modern Jazz Quartet

Eine Band, die ich schon als Kind gehört habe. Ein einmaliger Sound. Die Band bestand aus Milt Jackson (Vibraphon), John Lewis (Piano), Percy Heath (Bass) und Connie Kay (Schlagzeug). Kein Saxophon? Keine Trompete? Keine Gitarre? Piano und Vibraphon? Eine sehr seltene Kombination. Egal. Sie prägten mein Bild von dieser Musik in den 70ern, also in der Zeit in der ich ein Kind war. Natürlich wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, was Jazz ist. Ich erkannte aber die Band wieder, ohne zu wissen wie sie heißen oder was sie da machen. Diese Gruppe mit dem schönen Ding und Dong halt. Meist recht leise kommen sie daher. Melodien konnten sie. Sie waren mein Einstieg in die Welt des Jazz, ohne dass ich das zu diesem Zeitpunkt auch nur im entferntesten ahnen konnte. Wenn das nichts für den Einstieg in die Welt des Jazz ist, dachte ich mir, und gebe deswegen eine dicke Empfehlung für diese wunderbare Band ab. Es handelt sich hier um das Album ‚The Complete Last Concert‚. Es sind Aufnahmen aus den Jahren 1975 und 1981. Ein wirklich toller Einsteig in die Welt des Jazz, zumindest nach meinem Dafürhalten. Deswegen ist sie auch in der Liste zu finden. Sie gehören definitiv auch in die Liste meiner Lieblingsaufnahmen.

Für Einsteiger geeignet?

The Complete Last Concert: Aber so was von.

Das waren sie, die Empfehlungen. Mal einfacher zugänglich, mal schon ein bisschen schwerer. Aber Menschen funktionieren unterschiedlich. Warum also auch nicht etwas weniger einfaches mit in die Liste der Empfehlungen nehmen, außerdem sind sie ja in der Liste meiner bevorzugten Jazz-Alben, insofern hatte ich also auch gar kein andere Wahl! 😉
Es werden weitere Empfehlungen folgen. Gerade im Bereich des Big Band Jazz gibt es hervorragende Werke, die sich vorzüglich eignen, um in die Welt des Jazz einzutauchen, aber dazu beim nächsten mal mehr.

P.S.: Ja, ich liebe das Saxophon. Diese Reihe wird sich aber im Laufe der Zeit auch anderer Instrumente annehmen, damit auch die nicht zu kurz kommen.