Jazz (nicht nur) für Einsteiger

Ich versprach ja, mich ein wenig mit dem Jazz und dem Zugang zu eben jenem zu beschäftigen. Das habe ich gemacht. Es gibt auch eine entsprechende Spotify Playlist für euch dazu. Hier habe ich einfach die mittlerweile etwas veränderte Jazz-Alben™-Liste genommen. Ursprünglich sollte sie ja die größten – was auch immer das ist – Jazz-Alben beinhalten, aber ich habe mittlerweile einfach meine Lieblingsalben gelistet. Die wiederum habe ich einfach genommen, weil ich glaube, dass ich über diese Alben am meisten erzählen kann. Ich möchte an dieser Stelle ein wenig erläutern, warum ich gerade dieses Album von diesem Künstler ausgesucht habe, und warum dieses vielleicht gerade für den Einstieg hübsch sein kann.

Miles Davis

Zwei Alben habe ich vom Großmeister des Jazz auserkoren. Miles Ahead und Kind of Blue (natürlich) sind es, die ich mehr als alles andere von ihm liebe. Und es gibt unfassbar viele großartige Alben von Miles Davis. Warum nun also gerade diese zwei? Und warum sollten ausgerechnet diese zwei für Einsteiger geeignet sein? Zum einen, weil Kind of Blue den einen Song enthält, den wirklich jeder kennt. ‚So What‘ heißt er.  Ich denke, gerade am Anfang ist es wichtig, dass die Songs einen Wiedererkennungswert haben. Das macht den Einstieg schon mal ’ne Ecke leichter, hoffe ich zumindest. Ok, ansonsten ist die Kind of Blue vielleicht etwas schwieriger. Miles Ahead auf der anderen Seite, hat einen unfassbar zugänglichen Sound und schicke Melodien. Übrigens hat auf diesem Album ein Herr namens Lee Konitz mitgespielt!

Für Einsteiger geeignet?

Kind of Blue: Zum Teil. Vor allem wegen des bekannten Songs ‚So What‘

Miles Ahead: Ja

Paul Desmond mit und ohne Dave Brubeck

Was soll ich nun zu Paul Desmond sagen? Er ist und bleibt mein Lieblingssaxophonist. Er hat in seinen Soli ganze Lieder geschrieben. Quasi Stücke in den Stücken. Er war in der Lage vom Blues, über Klezmerskalen, bzw. arabesquen Skalen, zum bachschen Kontrapunkt und von da wieder zurückzumodulieren. Und das alles in einem Solo. Damit wären wir auch schon beim ersten Album, welches ich für äußerst empfehlenswert halte, nämlich Jazz Impressions of Eurasia. Und hier besonders den Song ‚Brandenburg Gate‘. Hier zeigen Paul Desmond und Dave Brubeck mal so richtig was sie können. Genau dieser Song ist es, bei dem Paul Desmond genau das macht, was ich gerade angesprochen habe. Das Modulieren vom Blues über Klezmer (arabisch), klassischem Kontrapunkt und wieder zurück. Da möchte Brubeck natürlich nicht zurückstehen und ist ebenso in Höchstform. Auf dem Album Time Out geht es dann, was die Rhythmen angeht, ganz schön zur Sache. Aber keine Sorge, auch hier sorgen Eugene Wright, Joe Morello, Dave Brubeck und Paul Desmond für grandiose Melodien. Außerdem ist auf diesem Album immerhin ein Song wie ‚Take Five‘ drauf, da wären wir wieder bei den vertrauten Melodien die man kennt. Weiter geht’s mit Paul Desmond, diesmal allerdings mit Jim Hall. Auf dem Album Concierto spielen die beiden, zusammen mit Chat Baker eine Jazzversion des wunderbaren klassischen Werkes ‚Concierto de Aranjuez‚ ein. Wirklich wunderschön und wie ich meine sehr gut für Einsteiger geeignet. Bleiben wir ein wenig bei Chat Baker, der hat ein Album namens She Was Too Good to Me geklöppelt, und zwar – ihr ahnt es schon – richtig, mit Paul Desmond. Auch hier eingängiger, nicht allzu fordender Jazz. Ein wirklich schönes Album, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Gerry Mulligan hat der gute Herr Desmond dann auch noch ein Album veröffentlicht, es heißt Two of a Mind. Die beiden konnten richtig gut miteinander, wie man so schön sagt, und das hört man auch. Großartige Kommunikation während der Soli. Man hört richtig, wie die beiden sich miteinander, mithilfe ihrer beiden Saxophone unterhalten. Wunderbar. Sicher, ein bisschen mehr zur Sache geht es hier schon manchmal, aber keine Sorge, auch hier steht die Melodie immer noch im Vordergrund.  Zu guter letzt geht’s noch einmal zurück zum Dave Brubeck Quartet. Es gab ein legendäres Konzert in der Carnegie Hall, und das Doppelalbum dieses Konzerts darf hier einfach nicht fehlen. At Carnegie Hall. Ein hübscher Querschnitt der klassischen Besetzung dieses Quartetts.

Für Einsteiger geeignet?

Jazz Impressions of Eurasia: Aber so was von

Time Out: Ja

Concierto: Ja

She Was Too Good to Me: Aber so was von

Two of a Mind: Zum Teil. Vor allem wegen Paul Desmond

At Carnegie Hall: Ja

Julian Adderley

Somethin‘ Else heißt das Album, was ich von Julian Adderley hier empfehlen möchte. Ein Vorausschauen auf Kind of Blue, wenn man so will. Und Miles Davis spielt auch mit auf diesem Album. Trotzdem ist es ein Julian-Adderley-Album: Dieser warme Sound, den er aus seinem Altsaxophon holte, war schon beeindruckend. Das ganze hat etwas schwebendes, etwas, was man am Anfang nur ahnt. Ein bisschen wie Debussy es in seinen Werken auch hat. Phantastisch. Übrigens der Song in dem verlinkten Video ist natürlich sein bekanntestes Stück, das ist aber nicht auf dem Album drauf. Zu dem Album mit diesem Song kommen wir an einer anderen Stelle. Ach so, natürlich spielt Julian Adderley zusammen mit John Coltrane auf dem Kind of Blue Album mit, ist doch klar.

Für Einsteiger geeignet?

Somethin‘ Else: Zum Teil. Vor allem wegen des ersten Songs.

Lee Konitz

Jetzt wird es tatsächlich schon um einiges schwieriger. Motion heißt das Album, und jetzt geht es schon richtig zur Sache. Vielleicht müssen hier einige erstmal dieses Album überspringen. Menschen sind da sehr unterschiedlich und was für den einen schon zu viel ist, ist für die andere noch lange kein Grund, dieses Album von Lee Konitz nicht zu hören. Herr Konitz gehört zu meinen absoluten Lieblingsmusikern, weil er einen Ton hat, der nie aufdringlich wird. Der kann mir den wildesten Freejazz um die Ohren hauen, das ermüdet mich nie. Und genau dieser Ton ist es, der auch in diesem Fall für dieses Album spricht. Versucht es! Wenn es nicht geht, dann eben erst später. Man sollte sich am Anfang nicht überfordern. Alles was keinen Spaß macht, sollte man tunlichst auch nicht machen, vor allem wenn es um Dinge wie Musik geht. Seid also mutig, hört rein und wenn es (noch) nicht geht, tja dann eben erstmal nicht.

Für Einsteiger geeignet?

Motion: Bedingt. Muss man probieren

Joe Henderson

Nun kommen wir zum dritten im Bunde, auf den ich meine musikalische Saxophonkirche baue, wenn man so will. Er ist dafür verantwortlich, dass ich das Tenorsaxophon doch noch lieben gelernt habe. Ein grandioser Künstler, ein Intellektueller. Er hat auch schon mal das ein oder andere Freejazz Album gemacht, in diesem Fall geht es aber um Lush Life: The Music of Billy Strayhorn, eines welches eher ruhig daherkommt, und er zeigt was für einen unfassbar tollen Ton er hat, wie elegant er spielt. Ein wenig wie Paul Desmond in moderner, wenn man so mag. Wo wir gerade bei bekannten Melodien sind. Das letzte Album was der gute Joe Henderson zu Lebzeiten aufgenommen hat, war seine Interpretation von der Musik von ‚Porgy and Bess‚ von George Gershwin. Ja, und da gäbe es schon Melodien, sie treten halt nur bisweilen in den Hintergrund, also vor allem beim Solieren. Ansonsten ist auch hier eigentlich alles gut. Sehr gut sogar. Sogar Chaka Khan und Sting sind auf diesem Album zu hören. Die kennt man sogar außerhalb des Jazzkontexts. Tolles Album. Wie gesagt, an einigen Stellen nicht immer ganz einfach.

Eines hab ich noch: Nämlich The Standard Joe. Was Joe Henderson hier so spielt, ja nun. Es gäbe da schon Melodien, man muss sie halt nur ein wenig suchen… Immerhin spielt er Standards, wie der Name des Albums ahnen lässt. Zumindest werden die meisten von euch also am Anfang des Stückes erkennen, um was für eines es sich handelt. Auch hier gilt: Traut euch. Und wenn es nicht geht, dann lasst es erstmal ruhig und kommt später wieder. Ich liebe den Sound des Herrn Henderson, die Intellektualität mit der er an all seine Werke herangegangen ist. Das Entscheidende aber ist: Er schafft, was was sonst nur Paul Desmond schafft. Ich bekomme bisweilen Gänsehaut, wenn er spielt.

Für Einsteiger geeignet?

Lush Life: The Music of Billy Strayhorn: Zum Teil. Vor allem wegen der bekannten Melodien

Porgy and Bess: Ja

The Standard Joe: Bedingt. Muss man probieren

The Modern Jazz Quartet

Eine Band, die ich schon als Kind gehört habe. Ein einmaliger Sound. Die Band bestand aus Milt Jackson (Vibraphon), John Lewis (Piano), Percy Heath (Bass) und Connie Kay (Schlagzeug). Kein Saxophon? Keine Trompete? Keine Gitarre? Piano und Vibraphon? Eine sehr seltene Kombination. Egal. Sie prägten mein Bild von dieser Musik in den 70ern, also in der Zeit in der ich ein Kind war. Natürlich wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, was Jazz ist. Ich erkannte aber die Band wieder, ohne zu wissen wie sie heißen oder was sie da machen. Diese Gruppe mit dem schönen Ding und Dong halt. Meist recht leise kommen sie daher. Melodien konnten sie. Sie waren mein Einstieg in die Welt des Jazz, ohne dass ich das zu diesem Zeitpunkt auch nur im entferntesten ahnen konnte. Wenn das nichts für den Einstieg in die Welt des Jazz ist, dachte ich mir, und gebe deswegen eine dicke Empfehlung für diese wunderbare Band ab. Es handelt sich hier um das Album ‚The Complete Last Concert‚. Es sind Aufnahmen aus den Jahren 1975 und 1981. Ein wirklich toller Einsteig in die Welt des Jazz, zumindest nach meinem Dafürhalten. Deswegen ist sie auch in der Liste zu finden. Sie gehören definitiv auch in die Liste meiner Lieblingsaufnahmen.

Für Einsteiger geeignet?

The Complete Last Concert: Aber so was von.

Das waren sie, die Empfehlungen. Mal einfacher zugänglich, mal schon ein bisschen schwerer. Aber Menschen funktionieren unterschiedlich. Warum also auch nicht etwas weniger einfaches mit in die Liste der Empfehlungen nehmen, außerdem sind sie ja in der Liste meiner bevorzugten Jazz-Alben, insofern hatte ich also auch gar kein andere Wahl! 😉
Es werden weitere Empfehlungen folgen. Gerade im Bereich des Big Band Jazz gibt es hervorragende Werke, die sich vorzüglich eignen, um in die Welt des Jazz einzutauchen, aber dazu beim nächsten mal mehr.

P.S.: Ja, ich liebe das Saxophon. Diese Reihe wird sich aber im Laufe der Zeit auch anderer Instrumente annehmen, damit auch die nicht zu kurz kommen.

The Dave Brubeck Quartet At Carnegie Hall

Wir schreiben den 22. Februar des Jahres 1963, und vier junge Männer machen sich auf an diesem Abend in der Carnegie Hall eines dieser Konzerte zu geben die es nur einmal gibt. In derselben Halle hatte es Benny Goodman bereits 1938 zu Ruhm und Ehre gebracht, und nun also die Herren BrubeckDesmond,Wright und Morello. Dabei stand das Konzert anfänglich gar nicht mal unter einem so furchtbar gutem Stern. Die Zeitungsmacher in New York streikten, und da es damals noch nicht dieses Internet gab, und somit die Zeitungen so ziemlich die zuverlässigste, und vor allem wichtigste Informationsquelle war, wenn es um Konzertveranstaltungen ging, befürchtete man vor leeren Rängen zu spielen. Eine Befürchtung die sich in keinster Weise bestätigen sollte, denn die Halle war ausverkauft bis auf den letzten Platz. Was an diesem Abend passierte ist das was man unter Musikfreunden gerne als magische Momente bezeichnet. Es war einer dieser Abende an denen nicht nur alles klappt, sondern an denen alles ganz besonders toll klappt, an denen man ganz besonders kreativ ist. Und so musizieren und improvisieren sich unsere vier sympathischen jungen Menschen durch das Programm voller ungerader Takte, dem ein oder anderen Kontrapunkt und auch die Dodekaphonie kommt hier nicht zu kurz. Alles natürlich in kleinen Dosen und hübsch verpackten Melodien, so das die Nerven der geneigten Hörer nicht gar zu sehr strapaziert werden. Wobei man sich schon fragen Darf was sich der Herr Desmond so gedacht hat, als er dieses unfassbare Solo zu seinem ‘Take Five‚ gespielt hat. Das war einer der vielen magischen Momente. Ein solch abgefahrenes Solo über ein 5/4 Takt so elegant dahinzuzaubern, das kann außer Desmond kaum einer, und so wie er schon gar nicht. Eine weitere Kostprobe seines Könnens zeigt er uns in dem Stück ‚Eleven Four‚ in dem er das ganze über einen 11/4 zelebriert (von Herrn Brubeck entsprechend in diesem Konzert honoriert). Apropos ungerade Takte und Soli. Herr Morello, seines Zeichens der Schlagzeuger dieser drolligen Band, spielt in dem Song ‚Castilian Drums‚ ein Solo, welches die ganze Zeit im 5/4 Takt gespielt wird. Das macht dem so schnell auch keiner nach. Phänomenal! Da mag der Herr Wright, das ist der Herr mit der Stehgeige, natürlich nicht nachstehen, und spielt den Bass so souverän wie kaum einer. Immer da wo Schlagzeuger, Pianist und Saxophonist ihren jeweils eigenen Rhythmus gefunden haben, und diese willentlich gegeneinander arbeiten lassen, behält dieser phantastische Mensch die Ruhe, und hat den Rhythmus fest im Griff. Und damit auch das ganze für die lieben Menschen am Bass zu einem besonderen Abend wurde, hat er in dem Stück ‚King for a Day’ eine wunderbare Soloeinlage zu besten gegeben. Der Namensgeber dieser hübschen Ansammlung von Menschen, der Herr Brubeck, spielt ein unfassbares Solo nach dem nächsten. Ein Lehrstück für alle die mal den Kontrapunkt studieren wollen, und sich ein wenig mit der Atonalität des Herren Schönberg auseinander setzen mögen. Ein einmaliger Pianist der seinesgleichen sucht. Dieses Album ist aber nicht nur ein tolles Album für Musiker, die sich an diesem Album sicher erfreuen werden, dieses Album sei auch den Menschen empfohlen die der Jazzmusik gemeinhin nicht so zugetan sind. Man spürt bei dieser Aufnahme, dass die Musiker nur so vor Inspiration strotzen. Sie sind auf dem Höhepunkt ihres Könnens angelangt. Sie wissen, das ist einer dieser Abende der in die Geschichte der Musik eingehen wird als ihr Abend. Das Konzert wurde übrigens komplett übernommen. Es wurde nichts hinzugefügt oder weggenommen. Einem steht somit das komplette Konzerterlebnis, zumindest akustisch konserviert, zur Verfügung. Man merkt auch noch 50 Jahre danach, dass es sich hier um etwas ganz besonderes handelt. Die Qualität der Aufnahme ist übrigens auch sehr gut. Also nur Mut liebe Jazzfans und liebe nicht ganz so Jazzfans. Einfach mal reinhören, sich freuen und staunen über das was diese Menschen da vollbracht haben.

Bei Spotify zu hören.

Bei Amazon zu kaufen.

Dave Brubeck Quartet

Am Ende des Tages muss man, jedenfalls in meinem Fall, einfach mal über dasDave Brubeck Quartet reden. Eigentlich müsste jeder einzelne Musiker in dieser Band namentlich im Titel des Quartetts erwähnt werden. Der Name Dave Brubeck Quartet ist hier ein wenig irreführend. Es handelt sich hierbei um vier Musiker von denen jeder einzelne schon für sich genommen ein großer ist. Mit Jazzkonzerten in Universitäten an der Westküste haben Desmond und Brubeck zunächst für Aufsehen gesorgt. Jazz at Oberlin war denn auch das erste Album was nachhaltig für Aufmerksamkeit sorgte. Nachdem es anfänglich mehrere Umbesetzungen gab, war ab 1958 die klassische Besetzung gefunden. Das sogenannte „Classic Quartet“Dave BrubeckPaul DesmondJoe Morello undEugene Wright waren die Protagonisten die sich nunmehr aufmachten Musikgeschichte zu schreiben. Unter der Ägide von Brubeck und Desmond wurde musiziert und revolutioniert was das Zeug hält. Die Band spielte das Album Newport 1958 – Brubeck plays Ellington ein. Ein Live-Album auf dem ausschließlich Duke Ellington Stücke zu hören sind, mit Minutenlangen Soli der einzelnen Mitglieder. Im Jahr 1959 veröffentlichte das Quartett dann das AlbumGone with the Wind was schon erahnen lässt wo es hingehen sollte. Im selben Jahr veröffentlichten die vier das Album Time Out. Eines der Alben denen ich die Zehn vergeben würde. Das besondere an diesem Album ist, dass es zum einen nur Originalkompositionen der Band enthält. Die andere Besonderheit ist, dass fasst keines der Stücke im 4/4-Takt ist. Ob dieses Album trotz oder gerade wegen dieser bis dahin außergewöhnlichen Takte Platinstatus erreichte, das weiß ich nicht. Man darf getrost von “trotz” ausgehen. Das Album enthielt mit dem Titel „Take Five“ die erfolgreichste Jazz-Single aller Zeiten, und man fand sich plötzlich in den Billboard Charts wieder. Diese Komposition, welche Desmond, laut eigener Aussage, nur geschrieben hat um das Geld wieder reinzubekommen was er beim Spielautomaten verkloppt hatte, wurde zum Inbegriff dieses Quartetts. Es folgten Alben wie Time Further Out,Countdown – Time in Outer Space und Time Changesdie es schafften den Erfolg der Band zu zementieren. Mit Jazz Impressions of Japan stieß man nochmals in bis dahin nicht gekannte Sphären vor. Bis zu Auflösung im Jahre 1967 machte man nicht nur mit ungewöhnlichen Soli, neuen Taktarten und allerlei progressiven Ideen auf sich aufmerksam, sondern auch mit hübscher moderner Kunst auf dem ein oder anderen Plattencover (wer hätte gedacht das ich das Wort ‘Plattencover’ in meinem Leben noch mal unterbringen konnte). Fast alles was man erreichen kann haben diese vier erreicht. Sogar mit einem gewissen Herrn Bernstein machte man ein Album. Nach der Auflösung traf sich das Quartett nur noch einmal zum 25-jährigen Jubiläum. Danach begannen alle mehr oder weniger erfolgreich, aber nicht minder toll, an ihrer Solokarriere zu basteln. Zwischendrin lehrten die einen Schlagzeug, die anderen pausierten und wiederum andere versuchten neue Quartette zusammenzustellen. Alle waren in dem was sie danach gemacht haben immer noch innovativ, und nach neuen Dingen suchend. Am erfolgreichsten waren dabei Dave Brubeck und Paul Desmond. Brubeck machte mit allen möglichen Besetzungen weiter seine Musik, und war damit recht erfolgreich. Er bekam Preise und Auszeichnungen noch und nöcher. Den Grammy Award für sein Lebenswerk, einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, die Ehrendoktorwürde von etlichen Universitäten und 1994 dieNational Medal of Arts. Er spielte mit Gerry Mulligan, Lee KonitzWynton Marsalis und etlichen anderen Größen der Musik Stücke ein. Paul Desmond spielte ebenfalls zwei Alben mit Gerry Mulligan ein, u.a. das großartige Two of a Mind. Er war mit Jim Hall und Chet Baker im Studio. Dabei kam ein phantastisches Album heraus, nämlich Concierto. Auf diesem befinden sich u.a eine Jazz Version des Concierto de Aranjuez von Rodrigo, welches beeindruckend schöne Soli der Herrn Desmond, Baker und Hall beinhaltet. Schließlich wurde Paul Desmond 1977 in die Jazz Hall of Fame aufgenommen. Einmal fanden Desmond und Brubeck doch noch musikalisch zusammen. Im Jahre 1975 wurde das Album The Duets aufgenommen. Auf diesem Album sind allein Brubeck und Desmond zu hören. Ein wunderschönes Album. Hier kann man das Genie der beiden noch einmal in vollen Zügen genießen. Eine unfassbare Band. Ein unfassbares Quartett. Unglaubliche Musiker. Eigentlich möchte man (fast) alles von den vieren hören. Hier die, meiner Meinung nach, wichtigsten, schönsten und tollsten Aufnahmen, die, nach Meinung des Autors, zur Grundausstattung eines jeden Jazz Fans gehören sollte. 🙂

Eine Spotify-Playlist des Autors mit allem was seiner Meinung nach schick ist, gibt’s hier -> Desmond/Brubeck

Jazz at Oberlin – (Spotify) – (Amazon)

Newport 1958 – Brubeck plays Ellington – (Spotify) – (Amazon)

Gone with the Wind – (Spotify) – (Amazon)

Time Out (Spotify) – (Amazon)

Time Further Out (Spotify) – (Amazon)

Countdown – Time in Outer Space – (Spotify) – (Amazon)

Time Changes (Spotify) – (Amazon)

Impressions of Japan (Spotify) – (Amazon)

Two of a Mind (Spotify) – (Amazon)

Concierto (Spotify) – (Amazon)

The Duets (Spotify) – (Amazon)