The Dave Brubeck Quartet At Carnegie Hall

Wir schreiben den 22. Februar des Jahres 1963, und vier junge Männer machen sich auf an diesem Abend in der Carnegie Hall eines dieser Konzerte zu geben die es nur einmal gibt. In derselben Halle hatte es Benny Goodman bereits 1938 zu Ruhm und Ehre gebracht, und nun also die Herren BrubeckDesmond,Wright und Morello. Dabei stand das Konzert anfänglich gar nicht mal unter einem so furchtbar gutem Stern. Die Zeitungsmacher in New York streikten, und da es damals noch nicht dieses Internet gab, und somit die Zeitungen so ziemlich die zuverlässigste, und vor allem wichtigste Informationsquelle war, wenn es um Konzertveranstaltungen ging, befürchtete man vor leeren Rängen zu spielen. Eine Befürchtung die sich in keinster Weise bestätigen sollte, denn die Halle war ausverkauft bis auf den letzten Platz. Was an diesem Abend passierte ist das was man unter Musikfreunden gerne als magische Momente bezeichnet. Es war einer dieser Abende an denen nicht nur alles klappt, sondern an denen alles ganz besonders toll klappt, an denen man ganz besonders kreativ ist. Und so musizieren und improvisieren sich unsere vier sympathischen jungen Menschen durch das Programm voller ungerader Takte, dem ein oder anderen Kontrapunkt und auch die Dodekaphonie kommt hier nicht zu kurz. Alles natürlich in kleinen Dosen und hübsch verpackten Melodien, so das die Nerven der geneigten Hörer nicht gar zu sehr strapaziert werden. Wobei man sich schon fragen Darf was sich der Herr Desmond so gedacht hat, als er dieses unfassbare Solo zu seinem ‘Take Five‚ gespielt hat. Das war einer der vielen magischen Momente. Ein solch abgefahrenes Solo über ein 5/4 Takt so elegant dahinzuzaubern, das kann außer Desmond kaum einer, und so wie er schon gar nicht. Eine weitere Kostprobe seines Könnens zeigt er uns in dem Stück ‚Eleven Four‚ in dem er das ganze über einen 11/4 zelebriert (von Herrn Brubeck entsprechend in diesem Konzert honoriert). Apropos ungerade Takte und Soli. Herr Morello, seines Zeichens der Schlagzeuger dieser drolligen Band, spielt in dem Song ‚Castilian Drums‚ ein Solo, welches die ganze Zeit im 5/4 Takt gespielt wird. Das macht dem so schnell auch keiner nach. Phänomenal! Da mag der Herr Wright, das ist der Herr mit der Stehgeige, natürlich nicht nachstehen, und spielt den Bass so souverän wie kaum einer. Immer da wo Schlagzeuger, Pianist und Saxophonist ihren jeweils eigenen Rhythmus gefunden haben, und diese willentlich gegeneinander arbeiten lassen, behält dieser phantastische Mensch die Ruhe, und hat den Rhythmus fest im Griff. Und damit auch das ganze für die lieben Menschen am Bass zu einem besonderen Abend wurde, hat er in dem Stück ‚King for a Day’ eine wunderbare Soloeinlage zu besten gegeben. Der Namensgeber dieser hübschen Ansammlung von Menschen, der Herr Brubeck, spielt ein unfassbares Solo nach dem nächsten. Ein Lehrstück für alle die mal den Kontrapunkt studieren wollen, und sich ein wenig mit der Atonalität des Herren Schönberg auseinander setzen mögen. Ein einmaliger Pianist der seinesgleichen sucht. Dieses Album ist aber nicht nur ein tolles Album für Musiker, die sich an diesem Album sicher erfreuen werden, dieses Album sei auch den Menschen empfohlen die der Jazzmusik gemeinhin nicht so zugetan sind. Man spürt bei dieser Aufnahme, dass die Musiker nur so vor Inspiration strotzen. Sie sind auf dem Höhepunkt ihres Könnens angelangt. Sie wissen, das ist einer dieser Abende der in die Geschichte der Musik eingehen wird als ihr Abend. Das Konzert wurde übrigens komplett übernommen. Es wurde nichts hinzugefügt oder weggenommen. Einem steht somit das komplette Konzerterlebnis, zumindest akustisch konserviert, zur Verfügung. Man merkt auch noch 50 Jahre danach, dass es sich hier um etwas ganz besonderes handelt. Die Qualität der Aufnahme ist übrigens auch sehr gut. Also nur Mut liebe Jazzfans und liebe nicht ganz so Jazzfans. Einfach mal reinhören, sich freuen und staunen über das was diese Menschen da vollbracht haben.

Bei Spotify zu hören.

Bei Amazon zu kaufen.

Benjamin Herman

Heute soll es mal wieder um den Jazz gehen, aber mal nicht um irgendeinen der Klassiker, sondern um einer der jungen, neuen, hübschen, guten, tollen Jazzmusiker. Es soll um Benjamin Herman gehen. Er wurde 1968 in London geboren, ist ein niederländischer Jazz-Saxophonist und Komponist. Er spielt seit seinem 12. Lebensjahr Saxophon, hat das Studium am Konservatorium mit “Cum Laude“ abgeschlossen und spielte schon mit so illustren Menschen wieCandy DulferJan Akkerman oder auch Paul Weller zusammen. Und was er macht, das macht er richtig gut. Auf dem Album The Itch, zusammen mit dem Schlagzeuger Han Bennink, geht’s sehr avantgardistisch zu. Ich mag Avantgarde. Ich weiß aber auch, dass für viele Menschen sowohl der Begriff, als auch die musikalischen Ergüsse dieser Richtung, eher abschreckend wirken. Wenn es dann auch noch um Jazz geht winken die meisten doch eher müde ab. Auf den anderen Alben geht es dann aber doch eher um Cool Jazz. Und der hat es in sich. Das was der junge Mensch aus den Niederlanden da auf’s Vinyl, auf die silberne Scheibe oder auf die MP3-Playlist zaubert, ist enorm. Die HerrnTristanoKonitz und Davis hätten ihre wahre Freude an dem was da musikalisch an die Ohren des geneigten Zuhörers gelangt. Er spielt so Cool und gut, dass man sich an die großen Vorbilder erinnert fühlt ohne das er sie kopiert. Er spielt diesen Jazz so das man ihn wiedererkennt, hört sich dabei aber immer nach Benjamin Herman an. Ein Original, keine Kopie. Unterstützt wird er dabei von grandiosen Mitspielern. Auf seinem Album Heterogeneity vom Pianist Misha Mengelberg und dem Trompeter Bert Joris. Auf The London Session von Bart van Lier und Stan Tracey. Das was dieser Mensch da macht ist mehr als “alt auf neu”. Endlich mal wieder was innovatives aus dem Hause Jazz. Als wenn das alles nicht schon genug wäre, hat er auch noch eine Band in größerer Besetzung gegründet das New Cool Collective. Außer Benjamin Herman spielen hier noch Joost Kroon (Drums), Frank van Dok (Percussion), Willem Friede (Keyboard/Arrangeur), Jos de Haas (Percussion), Leslie Lopez (Bass) und David Rockefeller (Trompete) als feste Mitglieder des Ensembles mit. Die Menschen werden mit einer Mischung aus Latin, Cool, Soul, Ethno und Jazz bespielt. Und diese Band hat Groove, und zwar dermaßen, dass es einen kaum auf den Sitzen hält. Der Beat treibt, und die Bläser rocken, soulen und jazzen, dass es nur so knallt. Eine große Besetzung in Zeiten wie diesen, die dann auch noch modern klingt, das grenzt schon an ein Wunder. Es werden Effekte desDub genauso eingesetzt wie die des FunkScratchen darf hier genauso wenig fehlen wie gesungene, hübsche, kleine Nummern die an die 50’er erinnern. Herrlich! Und als wenn das alles auch schon wieder nicht genug wäre, gibt es ‘New Cool Collective’ auch noch als Big Band. Ja genau, eine Big Band im Jahre 2013, und die spielt nicht Dinge von anno dazumal nach, sondern hat auch wieder eigene Nummern auf Lager.  Zwei Altsaxophone, ZweiTenorsaxophone, ein Baritonsaxophon, ein Basssaxophon, vier Trompeten und vier Posaunen. Des Weiteren eine Gitarre, ein Fender RhodesPercussion,CongasSchlagzeug und Gesang. So. Dass das Mutig ist, und das ein oder andere an Geld kostet, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Wer also Lust hat aktuellen Jazz zu hören und nicht immer nur die alten Klassiker rauf und runter hören mag, der möge sich die Damen und Herren um den guten Herrn Herman anhören, und staunen was da so geht im Jahre 2013. Ich jedenfalls war erstaunt und bin begeistert. Man wird das ein oder andere Album noch mal bei den Quasselstrippen besprechen müssen. 😉

Besonders empfehlenswert (nach Meinung des Autors):

Solo:

The London Session (Spotify) (Amazon)

Campert (Spotify) (Amazon)

Deal (Spotify) (Amazon)

Cafe Solo (Spotify) (Amazon)

New Cool Collective:

Trippin’ (Spotify) (Amazon)

Out of Collective (Spotify) (Amazon)

Chin Chin (Spotify) (Amazon)

New Collective Big Band:

Pachinko (Spotify) (Amazon)

Live (Spotify) (Amazon)

Dave Brubeck Quartet

Am Ende des Tages muss man, jedenfalls in meinem Fall, einfach mal über dasDave Brubeck Quartet reden. Eigentlich müsste jeder einzelne Musiker in dieser Band namentlich im Titel des Quartetts erwähnt werden. Der Name Dave Brubeck Quartet ist hier ein wenig irreführend. Es handelt sich hierbei um vier Musiker von denen jeder einzelne schon für sich genommen ein großer ist. Mit Jazzkonzerten in Universitäten an der Westküste haben Desmond und Brubeck zunächst für Aufsehen gesorgt. Jazz at Oberlin war denn auch das erste Album was nachhaltig für Aufmerksamkeit sorgte. Nachdem es anfänglich mehrere Umbesetzungen gab, war ab 1958 die klassische Besetzung gefunden. Das sogenannte „Classic Quartet“Dave BrubeckPaul DesmondJoe Morello undEugene Wright waren die Protagonisten die sich nunmehr aufmachten Musikgeschichte zu schreiben. Unter der Ägide von Brubeck und Desmond wurde musiziert und revolutioniert was das Zeug hält. Die Band spielte das Album Newport 1958 – Brubeck plays Ellington ein. Ein Live-Album auf dem ausschließlich Duke Ellington Stücke zu hören sind, mit Minutenlangen Soli der einzelnen Mitglieder. Im Jahr 1959 veröffentlichte das Quartett dann das AlbumGone with the Wind was schon erahnen lässt wo es hingehen sollte. Im selben Jahr veröffentlichten die vier das Album Time Out. Eines der Alben denen ich die Zehn vergeben würde. Das besondere an diesem Album ist, dass es zum einen nur Originalkompositionen der Band enthält. Die andere Besonderheit ist, dass fasst keines der Stücke im 4/4-Takt ist. Ob dieses Album trotz oder gerade wegen dieser bis dahin außergewöhnlichen Takte Platinstatus erreichte, das weiß ich nicht. Man darf getrost von “trotz” ausgehen. Das Album enthielt mit dem Titel „Take Five“ die erfolgreichste Jazz-Single aller Zeiten, und man fand sich plötzlich in den Billboard Charts wieder. Diese Komposition, welche Desmond, laut eigener Aussage, nur geschrieben hat um das Geld wieder reinzubekommen was er beim Spielautomaten verkloppt hatte, wurde zum Inbegriff dieses Quartetts. Es folgten Alben wie Time Further Out,Countdown – Time in Outer Space und Time Changesdie es schafften den Erfolg der Band zu zementieren. Mit Jazz Impressions of Japan stieß man nochmals in bis dahin nicht gekannte Sphären vor. Bis zu Auflösung im Jahre 1967 machte man nicht nur mit ungewöhnlichen Soli, neuen Taktarten und allerlei progressiven Ideen auf sich aufmerksam, sondern auch mit hübscher moderner Kunst auf dem ein oder anderen Plattencover (wer hätte gedacht das ich das Wort ‘Plattencover’ in meinem Leben noch mal unterbringen konnte). Fast alles was man erreichen kann haben diese vier erreicht. Sogar mit einem gewissen Herrn Bernstein machte man ein Album. Nach der Auflösung traf sich das Quartett nur noch einmal zum 25-jährigen Jubiläum. Danach begannen alle mehr oder weniger erfolgreich, aber nicht minder toll, an ihrer Solokarriere zu basteln. Zwischendrin lehrten die einen Schlagzeug, die anderen pausierten und wiederum andere versuchten neue Quartette zusammenzustellen. Alle waren in dem was sie danach gemacht haben immer noch innovativ, und nach neuen Dingen suchend. Am erfolgreichsten waren dabei Dave Brubeck und Paul Desmond. Brubeck machte mit allen möglichen Besetzungen weiter seine Musik, und war damit recht erfolgreich. Er bekam Preise und Auszeichnungen noch und nöcher. Den Grammy Award für sein Lebenswerk, einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, die Ehrendoktorwürde von etlichen Universitäten und 1994 dieNational Medal of Arts. Er spielte mit Gerry Mulligan, Lee KonitzWynton Marsalis und etlichen anderen Größen der Musik Stücke ein. Paul Desmond spielte ebenfalls zwei Alben mit Gerry Mulligan ein, u.a. das großartige Two of a Mind. Er war mit Jim Hall und Chet Baker im Studio. Dabei kam ein phantastisches Album heraus, nämlich Concierto. Auf diesem befinden sich u.a eine Jazz Version des Concierto de Aranjuez von Rodrigo, welches beeindruckend schöne Soli der Herrn Desmond, Baker und Hall beinhaltet. Schließlich wurde Paul Desmond 1977 in die Jazz Hall of Fame aufgenommen. Einmal fanden Desmond und Brubeck doch noch musikalisch zusammen. Im Jahre 1975 wurde das Album The Duets aufgenommen. Auf diesem Album sind allein Brubeck und Desmond zu hören. Ein wunderschönes Album. Hier kann man das Genie der beiden noch einmal in vollen Zügen genießen. Eine unfassbare Band. Ein unfassbares Quartett. Unglaubliche Musiker. Eigentlich möchte man (fast) alles von den vieren hören. Hier die, meiner Meinung nach, wichtigsten, schönsten und tollsten Aufnahmen, die, nach Meinung des Autors, zur Grundausstattung eines jeden Jazz Fans gehören sollte. 🙂

Eine Spotify-Playlist des Autors mit allem was seiner Meinung nach schick ist, gibt’s hier -> Desmond/Brubeck

Jazz at Oberlin – (Spotify) – (Amazon)

Newport 1958 – Brubeck plays Ellington – (Spotify) – (Amazon)

Gone with the Wind – (Spotify) – (Amazon)

Time Out (Spotify) – (Amazon)

Time Further Out (Spotify) – (Amazon)

Countdown – Time in Outer Space – (Spotify) – (Amazon)

Time Changes (Spotify) – (Amazon)

Impressions of Japan (Spotify) – (Amazon)

Two of a Mind (Spotify) – (Amazon)

Concierto (Spotify) – (Amazon)

The Duets (Spotify) – (Amazon)

Paul Kuhn – The L.A. Session

Eigentlich hat er immer Jazz gemacht. Gut versteckt hat er ihn bisweilen, den Jazz. Wenn man aber genau hinhört, dann hört man es auch bei seinen schlageresquen Stücken. Einfach drauflos spielen, das war das was er schon immer am liebsten gemacht hat. Und dann war da dieser Traum. Dieser Traum von dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dieses Land was so viele tolle Musiker hervorgebracht hat. Kuhn war schon immer in dieses Land verknallt. Ebenso war er natürlich in die Musik verliebt. In die Musik von Chet Baker, Shorty Rodgers,  Count Basie, Duke Ellington und Frank Sinatra. Der vor allem. Nie hat er ihn treffen können. Im November 2011 konnte er zumindest im selben Studio arbeiten wie der große Meister. In den Capitol Studios von Los Angeles ließ er dieses Album aufnehmen. Al Schmitt, siebenfacher Grammy-Gewinner, produzierte dieses Album. Der hat schon Henri Mancinis Soundtrack für ‘Breakfast At Tiffanys’ abgemischt. Da war er nun also, und sang in’s selbe Mikrofon wie Sinatra. Mit Schlagzeuger Jeff Hamilton und Bassist John Clayton hat er sich zwei der besten an Seite geholt. Und wie das so oft ist bei so Spätwerken von Künstlern, so ist es auch im Falle von Paul Kuhn. So leicht, locker, luftig, frei und charmant klang er bis zu diesem Album nie. Er interagiert mit den beiden anderen als wenn es das leichteste und natürlichste der Welt wäre. Er schmeißt all seine Altersweisheit in die Stücke, swingt was das Zeug hält und klingt dabei manchmal amerikanischer als manches was da so im Moment an Jazz über den großen Teich zu uns kommt. Ein Album was ich nicht nur dem geneigten Jazz Fans an’s Herz legen möchte, sondern auch all denen die ein offenes Ohr haben für Musik die heute leider viel zu selten im Radio gespielt wird. Das ist ein wirklich grandioses Album. Ich möchte es nicht im Kontext der Alben wissen die wir bei den Quasseltrippen sonst besprechen. Da gehört es nicht hin. Es steht für sich. Ganz allein. Nur so. Und so sollte man es auch hören. Unvoreingenommen sollte man es hören. Ein großes Alterswerk eines großen Künstlers.

Babyshambles – Sequel to the Prequel

Sequel to the Prequel ist der Name des neuen Albums der Babyshambles. Vier Jahre hat der geneigte Musikfreund warten müssen. Und immer wenn Pete Doherty ein neues Album unter die Menschen bringt, sind die Erwartungen hoch. Wurde er doch vor einigen Jahren noch als Heilsbringer des Indie gefeiert, und auch gerne in eine Atemzug mit Kurt Cobain gennant. Er ist Sinnbild für alles was man Klischeehaft mit kaputten Musikern verbindet. Alkohol und sämtlichen anderen bewusstseinserweiternden Substanzen nicht abgeneigt, erfüllt er diese Klischees vorbildlich. Und so singt er denn auch gleich beim ersten Stück davon das es zum Frühstück auch gerne ein Topf voller Wein sein darf. Dachte man bei den Arctic Monkeys noch das war’s dann wohl liebes Britannien, so belehrt uns der Herr Doherty mit dem neuen Album der Babyshambles eines besseren. Lässig, authentisch, ein bisschen abgefuckt und aufregend ist es, das neue Album der Babyshambles. Alle Drogen dieser Welt konnten die Songschreiberqualitäten des Herren Doherty bis jetzt nicht im geringsten beeinträchtigen. Aber nicht nur Doherty hat auf diesem Album Songs beigesteuert, auch die anderen Bandmitglieder haben Stücke für dieses Album geschrieben. Das macht das ganze zu einem Babyshambles Album und nicht zu einem weiteren Doherty Album. Auf diesem Album findet sich der Punk genauso wieder wie Reggae-Stücke. Ein Hauch Clash mag der ein oder andere bei einem dieser Reggae-Song wiederfinden, welcher da ‘Dr. No’ heißt. 40’er Jahre Atmosphäre mischt sich hier mit 90’er Jahre Nirvana Attitude. Jazz und Indie finden hier gleichberechtigt nebeneinander statt. Das beste aber ist, dass das ganze irgendwie zu einem Ganzen zusammenfindet. Das Zusammenspiel dieser ganzen Dinge funktioniert. Es wirkt auch nie als Aufguss oder gar als Kopie von irgendwas. Es ist was eigenes, was außergewöhnlich hübsches was die Menschen von den Babyshambles da auf ein Album gepackt haben. Produziert wurde das ganze von Stephen Street, welcher auch schon für The Smiths, Morrissey und Blur gearbeitet hat, und auch den Vorgänger der Babyshmables fertiggestellt hat. Das Album wurde schnell fertiggestellt. Sehr schnell. Man wollte damit die Ursprünglichkeit der Songs erhalten. Vielleicht. Vielleicht wollte Street auch einfach nur rechtzeitig fertig werden bevor Doherty auf dem Weg zum nächsten Trip ist. Wer weiß. Warum auch immer, gelungen ist es. Toll ist es. Das Beste was in diesem Jahr aus UK bisher musikalisch das Licht der Welt erblickte, und endlich mal ein Album was den USA, jenseits des großen Teichs, das Wasser reichen kann und nicht nur das Glas.

Die Sendung zu diesem Text, findet man hier: http://die-quasselstrippen.de/049-die-strippen-nehmen-drogen-aus-alufolie/