Mogwai – Rave Tapes

Mogwai ist eine schottische Postrock-Band aus Glasgow, die im Jahr 1995 gegründet wurde. Der Name leitet sich aus dem Chinesischen ab und bedeutet ungefähr so viel wie „dunkler Geist“ oder „böse Seele“. Die Inspiration zu diesem Namen erhielt die Band durch die Kreatur aus dem Film Gremlins von Joe Dante aus dem Jahr 1984. Stuart Braithwaite, der Gitarrist von Mogwai, sagte jedoch, dass dieser Name keine tiefere Bedeutung für die Band habe, sie wollten schon seit längerem einen besseren finden. (Quelle: Wikipedia)

Rave Tapes heißt das neue Album der Band. Das ganze hat natürlich nichts mit dem zu tun was man vielleicht beim Lesen des Titels vermuten mag. Denn um Rave geht es auf diesem Album nun wahrlich nicht. Mogwai mögen den geneigten Hörer gern einmal mit irgendwelchen Worten verwirren. Seien es die Albentitel oder auch die Titel der Songs, die zum Teil nichts mit dem zu tun haben was da musikalisch dargeboten wird. Immerhin gibt es auf Rave Tapes Synthesizer. Also zumindest dahingehend wird man nicht auf die falsche Fährte gelockt. Das war’s dann aber auch schon. Wobei Das war’s ist eigentlich auch schon wieder ein wenig zu kurz gesprungen. Denn. Mogwai haben auf diesem Album die Gitarren ein wenig dezenter eingesetzt als auf ihren Vorgängerwerken und dafür den elektronischen Klängen etwas mehr Raum gegeben. Das ist dann doch etwas besonderes und macht dieses Album nicht nur zu einem besonderen Mogwai Album, sondern zu einem besondere’s hübschen Album auch für nicht Mogwai Fans. Dieses hübsche changieren zwischen Gitarre und elektronischen Instrumenten ist wunderschön. Die Arrangements der Songs bekommen dadurch eine nie da gewesene Eleganz, die das gesamte Album durchzieht. Nur Singen mag man auch auf dem neuen Album auch nicht gar zu gerne, was aber dem besonderen dieses Albums keinen Abbruch verleiht, im Gegenteil. Es trägt zur Besonderheit dieser Band bei, die schon immer lieber Instrumentale Musik geschrieben hat. So auch auf diesem Album. So gibt es zwar auf diesem Album Songs wie ‘The Lord is out of control’ in der es zwar gesungenes gibt, die Stimme aber mithilfe eines Vocoders verfremdet wird. Somit also eher wieder zu einem gespielten Instrument wird. In dem Song ‘Replenish’ wird über den vermeintlich satanischen Inhalt des Led Zeppelin Songs ’Stairway to Heaven’ gesprochen philosophiert. Wer nun glaubt, dass die Musik in irgendeinem Bezug zum gesprochenen Text stehen würde sieht sich wieder getäuscht, denn auch hier machen Mogwai einem wieder einen Strich durch die musikalische Rechnung. Gut so. Ich mag diese Art der Ironie, und diese Art des verschmitzten Humors. Einmal hat man sich dann doch getraut. In ‘Blues Hour’ wird nicht nur tatsächlich gesungen, man erkannt das Gesungene auch als solches. Ma würde sich nicht gar zu wohl fühlen wenn es um Gesang gehen würde, sagt man. Ein ganz klein wenig merkt man es dem Gesang bei dem Stück an. Ein wenig peinlich berührt scheint da in’s Mikrophon gesungen zu werden. Das alles ist aber nicht schlimm und soll das tolle Album dieser Band nicht schmälern. Es ist ein weiter Weg bis zu diesem Album gewesen denn Mogwai da gegangen ist. Sie haben auf diesem Weg, der ein ganz eigener ist, soviel richtig und gut gemacht. So auch auf dem neuen Album. Auch hier ist wieder vieles enorm hübsch und gut. Ja zum Teil noch hübscher und toller als auf den Alben davor. Ein herausragendes Album einer Band die sich nicht beirren lässt, Ihren eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten, dabei immer besser wird und in diesem Fall ein wenig Sigur Rós auf ein wenig Kraftwerk treffen lässt. Toll. Ein zehn Punkte Album. Und wenn da nicht dieses andere Album dieser anderen Band gewesen wäre, so wäre es sicher auch mehr wahrgenommen worden. Das tut mir ein wenig leid. Verdient hätte es mehr Aufmerksamkeit. Mogwai hat ein unglaublich gutes Album zu denkbar ungünstigsten Zeitpunkt rausgebracht, nämlich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einer gewissen Band namens Warpaint. Trotzdem gibt es von mir einer glatte 10 für dieses wirklich tolle Album.

Homepage der Band

Das Album bei Spotify

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.