Marillion

Die Band gründete sich 1979 zunächst als Instrumentalgruppe unter dem Namen Silmarillion, in Anlehnung an das gleichnamige Buch von J. R. R. Tolkien. Zu den Gründungsmitgliedern zählten u.a. Steve Rothery und Mick Pointer. 1981 stieß Fish zur Band. In der Folgezeit kamen noch Keyboarder Mark Kelly und Bassist Pete Trewavas dazu. In dieser Besetzung veröffentlichte die Band zunächst im Oktober 1982 die Single Market Square Heroes. Auf der B-Seite der Maxi-Single dieses Stückes befand sich das 17 Minuten lange Stück Grendel. Zu dieser Zeit orientierte sich Marillion sehr stark an die Musik von Genesis der 70’er Jahre, weshalb Marillion auch oft „das zweitbeste Genesis aller Zeiten“ genannt wurde. 1983 erschien das Debütalbum Script for a Jester’s Tear. Mick Pointer wurde nunmehr durch Ian Mosley ersetzt. Ein Schlagzeuger der schon mit Steve Hackett von Genesis auf Tournee war, und welcher späterhin u.a. auf A Secret Wish von Propaganda zu hören sein sollte. In dieser Besetzung folgten drei weitere Alben, die richtungsweisend im Bereich des sogenannten Neo-Progressive Rock waren. Viele Bands die heute in im Prog-Rock unterwegs sind hätte es in dieser Form ohne Marillion wohl nicht gegeben. Dream Theater spielen bis heute Stücke von Marillion live, um nur ein Beispiel zu nennen. 1984 erschien das zweite Album Fugazi. Hier wurde der Stil des Neo-Prog nochmals verfeinert. 1986 erschien dann das Album Misplaced Childhood, das bis heute erfolgreichste Album, auf dem sich auch die erfolgreichste Single der Band, nämlich Kayleigh, wieder findet. Mit dem Song Incommunicado, vom nachfolgenden Album Clutching at Straws, war Marillion international sehr erfolgreich, und man gehörte nunmehr zu den erfolgreichsten Bands jener Zeit. 1988 verließ Fish die Band. Es soll innerhalb der Band zu schweren Differenzen bezüglich der musikalischen Ausrichtung gekommen sein, und so beschloss der schottische Sänger zukünftig ohne Marillion sein musikalisches Glück zu finden, und Solo weiterzumachen. 1988 erschien das Live-Album The Thieving Magpie, welches den Endpunkt der Fish-Ära darstellte. Marillion suchte einen neuen Sänger und fand ihn in Steve Hogarth. Es erschien Seasons End, an dem Fish noch musikalisch beteiligt war weil die Songs eigentlich mit ihm als Sänger hätten veröffentlicht werden sollen. Was zur Folge hatte, dass es noch sehr an die vorangegangenen Alben erinnert. Mit Holidays in Eden veröffentlichte Marillion 1991 ein weiteres Album, was immer noch sehr an vergangene Zeiten erinnert, und was wohl eines der zugänglichsten, um nicht zu sagen mainstreamigsten, Alben der Band ist. Daraufhin schlug die Band eine deutlich andere Richtung ein. Denn es folgte das Konzeptalbum Brave, welches ein klares Gegenstück darstellte. Obwohl es Platz 10 in den Charts erreichte blieb es doch kommerziell hinter den Erwartungen der Plattenfirma, als auch der Band, zurück. Es folgten 1995, Afraid of Sunlight, 1997 This Strange Engine, 1998 Radiation, 1999 Marillion.com und 2001 Anoraknophobia. Mit eben jenem Album ging Marillion einen neuen Weg was die Finanzierung ihrer Produktionen angeht. Um die Alben produzieren zu können begann man das Internet zu verstehen, zu nutzen, ließ die Plattenfirmen außen vor und ließ sich von den Fans etliche Monate im Voraus die Kosten vorfinanzieren. Als Belohnung bekamen die Vorbesteller zusätzliches Material. Im Fall von Anoraknophobia eine Bonus-CD. Beim darauffolgenden Album Marbles gab’s das vollständige Album als Doppel-CD, während im Handel nur eine einfache CD mit gekürzter Fassung des Albums erhältlich war. Marbles aus dem Jahre 2004, war auch das Album welches mit den ausgekoppelten Singles You’re Gone und The Damage in einigen Ländern Europas wieder Top-10-Platzierungen erreichte. 2007 erschien Somewhere Else, 2008 Happiness Is the Road. Und hier wieder was besonderes. Eine Vorabversion des Albums zusammen mit einigen Videos waren von der Band selbst über Internet-Tauschbörsen vertrieben worden. Eine andere Band namens Radiohead ist da diesbezüglich auch sehr weit vorne, und man hat sich in diesem Falle dort ein wenig inspirieren lassen. Es ist bei Marillion seit 1998 Tradition ihren Fans jedes Jahr zu Weihnachten eine CD zum Geschenk zu machen. Es handelt es sich hierbei um Live- und Akustik-Versionen ihrer Musikstücke, Outtakes oder auch mal eine Interpretation eines zeitgenössischen oder klassischen Weihnachtsliedes. Marillion ist eine ausgezeichnete Live-Band und oft dauert es eine ganze Weile bis die Band überhaupt anfangen kann zu spielen, weil die Fans mit minutenlangen Ovationen den Anfang des Konzertes verzögern. Auch die Reihenfolge der Songs ist immer ungewiss, da von den Fans reingerufene Songwünsche auch einfach mal spontan erfüllt werden. Beides durfte der Autor dieser Zeilen schon selber miterleben. Seit 2001 finden alle zwei Jahre sogenannte Marillion Weekends statt. Es handelt sich hierbei um Marillion-Conventions mit jeweils drei verschiedenen Konzerten der Band an einem Wochenende. Aber auch Workshops mit den Musikern finden statt, bei denen die Bandmitglieder zu allen Fragen der Songs rede und Antwort stehen, und somit dem geneigtem Fan die Möglichkeit eröffnen die Songs auch einmal selber spielen zu können. Besonders seit dem Album Marbles hat die Band ihren eigenen Stil gefunden. Könnte man ihr vorher noch ein wenig das Suchen und nicht Finden unterstellen, so kann davon seit der Marbles eigentlich keine Rede mehr sein. Es ist ein geschlossener Sound, der sich einem erschließt, den man nachvollziehen kann. Das war nicht immer so. Nunmehr darf man endlich wieder gespannt sein auf neue Alben die diese Band veröffentlicht. Von den Neo-Progern der 80’er, einer Band die damals zwar ihren eigenen Stil hatte, welcher aber sehr stark von den Prog-Rock Bands der 70’er beeinflusst war, zu einer Band die mittlerweile ihren komplett eigenen Stil hat. Das hat alles ein wenig gedauert, aber welche Band kann schon von sich behaupten etwas eigenes, kaum einzuordnendes zu machen. Zurecht werden sie hier also abgefeiert. Weitermachen.

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